ÜBER MICH

Mein Name ist Peter Hedrich. Ich bin Berufsmusiker, Hochschullehrer und zertifizierter Achtsamkeitslehrer. In meiner Arbeit verbinde ich musikalische Praxis mit achtsamkeitsbasierten Methoden, um Musikerinnen und Musikern neue Zugänge zu Üben, Hören und Zusammenspiel zu eröffnen.

Mein musikalischer Werdegang begann mit dem Studium der Jazzposaune. Heute bin ich als festangestellter Musiker tätig und unterrichte an der Hochschule für Musik Saar, unter anderem im Bereich Achtsamkeit und Musik.

Die Basis meines Achtsamkeitsansatzes bildet die Ausbildung zum Achtsamkeitslehrer an der Deutschen Sportakademie. Zentral ist dabei das Verständnis von Achtsamkeit nach Jon Kabat-Zinn – als absichtsvolle, gegenwärtige und nicht-wertende Wahrnehmung. Diese Haltung prägt meine Arbeit mit Musikerinnen und Musikern ebenso wie mein eigenes musikalisches Handeln.

Ein erster Zugang zur Achtsamkeit entwickelte sich zuvor über die Kampfkunst. Ich trainierte Shotokan Karate, Escrima und mehrere Jahre Wing Tsun, in dem ich den 1. Technikergrad erreichte. Die Art, wie ich Wing Tsun kennengelernt habe, legte besonderen Wert auf Präsenz, Wahrnehmung und situatives Handeln – Fähigkeiten, die sich später in meiner Achtsamkeitspraxis wiederfanden.

Ein besonderer Schwerpunkt meiner Tätigkeit liegt im Bereich Üben und Lernen. Hier verbinde ich Achtsamkeit mit der Methode von Timothy Gallwey (The Inner Game) sowie mit Ansätzen der sogenannten Chicago-Schule um Arnold Jacobs. Ziel ist es, mentale und körperliche Prozesse im musikalischen Lernprozess bewusster zu gestalten und nachhaltig zu unterstützen.

Darüber hinaus beschäftige ich mich intensiv mit den Themen Lampenfieber und Nervosität. Achtsamkeit kann helfen, mit innerem Druck und Auftrittsangst konstruktiv umzugehen, Spannungen zu regulieren und die eigene Präsenz auf der Bühne zu stärken.

Ich entwickle praxisnahe Formate für Einzelpersonen, Ensembles und Bildungseinrichtungen, die Achtsamkeit als unterstützendes Element im musikalischen Alltag nutzen möchten – im Übeprozess, im Unterricht oder auf der Bühne.



Philosophie


Jeder Ton ist eine Schwingung und jede Instrumentenfamilie erzeugt diese Schwingung auf eine andere Weise. Bei den Blechblasinstrumenten, zu denen die Posaune auch zählt, wird diese Schwingung durch ein Schwingen der Lippen hergestellt. Diese sind von Natur aus nicht dafür vorgesehen, Klänge zu erzeugen. Ein Großteil des Lernens eines Blechblasinstrumentes nimmt daher die Zeit in Anspruch, in der eine Verbindung zwischen Gehirn und Lippen hergestellt wird. Da die Lippenschwingung von der Beschaffenheit der Lippen und der Stellung von Zähnen und Kiefer abhängen, ist dieses Lernen sehr individuell und von Spieler zu Spieler unterschiedlich. Jeder muss seine eigenen Erfahrungen und Erkenntnisse machen. Aufgrund dieser großen Bedeutung der Individualität spielt achtsames Üben eine größere Rolle als starre Vorgaben und Schablonen.

Mein eigenes technisches Üben konzentriert sich darauf, was notwendig ist, um einen gewünschten Klang zu erzielen. Ebenso gestalte ich meinen Unterricht so, dass meine SchülerInnen ihre eigenen Erfahrungen machen können. Ich versuche einen möglichst gut ausgeleuchteten Weg vorzugeben, den sie oder er jedoch selbst gehen und gegebenenfalls anpassen müssen.

Auf mentaler Ebene profitieren sowohl mein Spiel (z.B. bei Konzerten) als auch mein Unterricht von den Prinzipien der Achtsamkeit. Die sieben Säulen der Achtsamkeit lassen sich direkt auf die Musik übertragen. Ihr Wert zeigt sich besonders in Situationen, die anfällig für Nervosität und Lampenfieber sind. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass eine verbesserte Konzentration, das bewusste Wahrnehmen der Sinne und eine gewisse innere Distanz zu den eigenen Gedanken zu mehr Ruhe in stressigen Situationen führen.

Mit diesen Bereichen beschäftige ich mich in meiner Arbeit als Musikpädagoge und Achtsamkeitslehrer da ich sowohl in der Achtsamkeit für die Musik als auch in der Musik für die Achtsamkeit großes Potenzial sehe.